Braune Haare, Roter Bart?

Habt ihr euch auch schon einmal gewundert, warum der Bart mancher Männer rot ist, obwohl sie blonde oder braune Haare haben? Oder gehört ihr vielleicht selbst zu diesen Männern und wollt wissen, was da los ist? Ich erkläre es euch!

Die Macht der Gene

Ihr lasst euch zum ersten Mal im Leben einen Bart stehen, schaut in den Spiegel und seid im besten Fall verwundert: Die Farbe eures Barts gleicht nicht eurer normalen Haarfarbe, sondern ist rot.
Warum das so ist, lässt sich ganz leicht durch die Genetik erklären. Die Haarfarbe eines Menschen wird in erster Linie durch die Gene der Eltern bestimmt. Diese vermischen sich und bilden so die Haarfarbe des Kindes.

Doch nicht nur die Gene eurer Eltern spielen eine Rolle. Auch die eurer Großeltern und Urgroßeltern können über eure Eltern auf euch übertragen werden. Manchmal sind Menschen nur Träger eines Genes und können dieses weitervererben, ohne selbst das entsprechende Merkmal zu bekommen. Daher unterscheidet man zwischen Phänotyp und Genotyp. Der Genotyp ist die Gesamtheit aller Gene. Der Phänotyp ist das, was dann auch wirklich in Erscheinung tritt.

Hatte euer Uropa rote Haare, kann es also durchaus sein, dass ihr rote Haare habt. Die Gene der Haarfarbe sind zudem nicht dominant, sondern “unvollständig dominant”.
Eine klar definierte Farbe gibt es so gesehen also gar nicht!Ganz im Gegenteil ist die Haarfarbe auf genetischer Ebene hochgradig komplex und alle Gene beeinflussen einander. Das sorgt für eine bunte und individuelle Vielfalt bei den Haarfarben.

Die Rolle des Melanin

Melanin nennt man die Pigmente im Körper von Lebewesen, die für die Färbung von Haut, Haaren, Augen und sogar Federn verantwortlich sind. Es gibt das sogenannte Eumelanin, die schwarzen Pigmente, und das Phäömelanin, rote Pigmente. Die DNA hingegen bestimmt, wie viel von diesen Pigmenten ihr in euch tragt. Das wiederum entscheidet darüber, wie dunkel eure Haare sind, wie dunkel die Haut ist, wie dunkel eure Augen sind und so weiter.

Das 16te Chromosom

Vor ungefähr einem Jahrzehnt entdeckten Forscher etwas sehr Spezielles auf dem 16ten Chromosom: MC1R. Die Abkürzung steht für den Melanocortin-1-Rezeptor. Dieser Rezeptor sorgt dafür, dass rote in schwarze Pigmente umgewandelt werden können. Das tut es mit Hilfe eines Proteins.
Die Mutation kann sowohl auf einem, als auch auf beiden Chromosomen stattgefunden haben. Sind beide Gene mutiert, werden kaum rote Pigmente in schwarze Pigmente umgewandelt und es kommt zu einem recht typischen Erscheinungsbild: rote Haare, blasse Haut und Sommersprossen.

Warum dann der rote Bart und keine roten Kopfhaare?

Gene mutieren nicht immer gleichermaßen. Daher kann es sein, dass ein Mensch nur ein mutiertes MC1R-Gen hat. Die Auswirkungen treten dann in geschwächter Form auf. In diesem Fall setzen sich die roten Haare womöglich bloß stellenweise durch, häufig ist dies bei Männern dann der Bart. Daran kann man auch nichts ändern, denn die Gene eines jeden Menschen sind ihm vorherbestimmt und nicht veränderlich.

Solltet ihr also einen roten Bart haben, wundert euch nun nicht weiter darüber und erst recht: ärgert euch nicht. Denn ihr wisst nun, dass euer genetischer Code auf dem 16ten Chromosom einfach ein wenig eigensinnig war.

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